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Rumänisch lernen: Wie schwer ist es und wie lange dauert es?

Rumänisch lernen: Schreibtisch mit Büchern, aufgeschlagenem Notizbuch und Kaffeetasse, im Hintergrund die Karpaten und ein siebenbürgisches Städtchen

Rumänisch lernen ist für Deutschsprachige einfacher, als die vielen Häkchen und Hütchen über den Buchstaben vermuten lassen. Die Sprache ist romanisch und eng mit dem Italienischen verwandt, viele Wörter erkennst du über Latein, Französisch oder sogar das Deutsche wieder. Für einfache Alltagsgespräche reichen einige Monate regelmäßigen Lernens, bis du fließend sprichst, vergehen meist zwei bis drei Jahre.

Wie viele Menschen sprechen Rumänisch?

Rumänisch ist die Muttersprache von rund 24 Millionen Menschen, mit Zweitsprachlern kommt man auf etwa 28 Millionen. Die meisten leben in Rumänien (ca. 19 Millionen Einwohner) und in der Republik Moldau, wo Rumänisch Amtssprache ist.

Große rumänischsprachige Gemeinschaften gibt es außerdem in Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland, wo Menschen mit rumänischem Pass inzwischen zu den größten ausländischen Bevölkerungsgruppen gehören. Dazu kommen Teile der Ukraine (vor allem die Bukowina) und Serbiens. Seit 2007 ist Rumänisch eine der 24 Amtssprachen der Europäischen Union.

Auch die Gegenrichtung hat Geschichte: Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben haben Städte wie Hermannstadt (Sibiu), Kronstadt (Brașov) oder Temeswar (Timișoara) über Jahrhunderte mitgeprägt.

Zu welcher Sprachfamilie gehört Rumänisch?

Rumänisch ist eine indogermanische Sprache aus der romanischen Gruppe, in der es den ostromanischen Zweig bildet. Es geht auf das Vulgärlatein zurück, das in der römischen Provinz Dakien gesprochen wurde.

Über Jahrhunderte entwickelte es sich abseits der übrigen romanischen Welt, umgeben von slawischen Sprachen, dem Ungarischen, Griechischen und Türkischen. Alle haben Spuren im Wortschatz hinterlassen: „da“ (ja) und „prieten“ (Freund) sind slawisch, „oraș“ (Stadt) stammt aus dem Ungarischen, „dușman“ (Feind) aus dem Türkischen. Das grammatische Grundgerüst ist lateinisch geblieben.

Welchen Sprachen ähnelt Rumänisch?

Am nächsten steht es dem Italienischen. Wer Italienisch kann, versteht viele einfache Sätze ohne Wörterbuch. Ähnlich, wenn auch weiter entfernt, sind Spanisch, Portugiesisch und Französisch.

Mit dem Deutschen ist Rumänisch nur entfernt verwandt. Trotzdem kennst du mehr, als du denkst, weil das Deutsche selbst viele lateinische Wörter aufgenommen hat.

RumänischDeutschItalienischHerkunft
apăWasseracqualat. aqua
casăHauscasalat. casa
fereastrăFensterfinestralat. fenestra, auch im Deutschen
școalăSchulescuolalat. schola, auch im Deutschen
a mâncaessenmangiarelat. manducare
prietenFreundamicoslawisch
cartofKartoffelpatataaus dem Deutschen

Die letzte Zeile ist kein Zufall. Über Siebenbürgen und die Habsburgerzeit sind zahlreiche deutsche Wörter ins Rumänische gewandert. Im Restaurant bedient dich ein „chelner“, auf der Karte steht „șnițel“, und im Baumarkt findest du „șurub“ (Schraube), „ștecher“ (Stecker) und die „bormașină“.

Gibt es verschiedene Varianten und Dialekte?

Ja. Sprachwissenschaftler unterscheiden vier Hauptvarianten:

  • Dakorumänisch, das Standardrumänisch aus Rumänien und Moldau, das du in Kursen lernst,
  • Aromunisch, gesprochen von Gemeinschaften in Griechenland, Albanien und Nordmazedonien,
  • Meglenorumänisch, heute bedroht und nur noch mit einigen Tausend Sprechern,
  • Istrorumänisch, das nur noch eine kleine Gruppe auf der kroatischen Halbinsel Istrien spricht.

Manche Forscher sehen die letzten drei als eigene Sprachen an. Lernende haben nur mit der Standardsprache zu tun.

Und das „Moldauische“? Das ist dieselbe Sprache, die sich vor allem im Akzent und in einem Teil des Wortschatzes unterscheidet. 2023 hat das Parlament der Republik Moldau die Bezeichnung „moldauische Sprache“ in den Gesetzestexten durch „rumänische Sprache“ ersetzt. Mit Rumänisch kommst du also in Bukarest genauso zurecht wie in Chișinău.

Ist Rumänisch schwer?

Im europäischen Vergleich eher nicht. Das Foreign Service Institute (FSI), das US-Diplomaten ausbildet, ordnet Rumänisch für Englischsprachige in die erste und leichteste Kategorie ein, zusammen mit Spanisch, Italienisch und Französisch. Für Deutschsprachige gibt es keine vergleichbare Einstufung. Viele haben aber Englisch und oft Französisch oder Latein in der Schule gelernt, und Fälle sowie drei grammatische Geschlechter kennst du aus deiner Muttersprache.

Am Anfang geht es schnell, weil man fast so spricht, wie man schreibt. Und: Das Verb wandert im Nebensatz nicht ans Ende. Schwieriger wird es erst nach den Grundlagen, beim angehängten Artikel, bei den Fällen und beim Konjunktiv.

Wie lange dauert es, Rumänisch zu lernen?

Laut FSI brauchen englischsprachige Erwachsene etwa 24 Wochen intensiven Unterricht, also rund 600 Unterrichtsstunden, für ein berufstaugliches Niveau. Gemeint ist ein Vollzeitkurs, neben Job und Familie dauert es länger.

Ohne Vorkenntnisse in einer romanischen Sprache kannst du dich grob an diesen Werten orientieren, bei etwa einer Stunde Lernzeit pro Tag:

ZielNiveauGeschätzte LernzeitIm Alltag
Auf Reisen zurechtkommenA170–100 Stunden2–3 Monate
Einfache Gespräche über AlltagsthemenA2180–250 Stunden6–8 Monate
Freie Unterhaltung, Filme mit UntertitelnB1–B2450–650 Stunden1,5–2 Jahre
Fließend sprechenC1750–950 Stunden2–3 Jahre

Das sind Schätzungen, keine Garantie. Sprichst du schon Französisch, Italienisch oder Spanisch, kannst du gut ein Drittel abziehen. Bremsend wirkt unregelmäßiges Lernen: Zwei Stunden am Samstag bringen weniger als 20 Minuten jeden Tag, weil die Vokabeln vom Samstag am Donnerstag großteils vergessen sind.

Was ist beim Rumänischlernen besonders schwierig?

Der angehängte Artikel

Der bestimmte Artikel steht nicht vor dem Substantiv, sondern wird hinten angehängt. „Lup“ heißt Wolf, „lupul“ der Wolf. „Casă“ ist ein Haus, „casa“ das Haus. Die Endungen ändern sich aber je nach Geschlecht, Zahl und Fall, und am Anfang verliert man leicht den Überblick.

Fälle: Hier hilft dir das Deutsche

Offiziell gibt es fünf Fälle, in der Praxis fallen die Formen zu drei Gruppen zusammen: Nominativ mit Akkusativ, Genitiv mit Dativ und der Vokativ. Genitiv und Dativ kennst du, nur teilen sie sich hier eine Form: „casei“ bedeutet sowohl „des Hauses“ als auch „dem Haus“. Wie im Deutschen trägt vor allem der Artikel die Fallendung. Neu ist der Vokativ für die direkte Anrede, etwa „Ioane!“ von „Ion“.

Das Neutrum funktioniert anders

Ein Neutrum hat auch das Deutsche, doch das rumänische verhält sich eigenwillig: Im Singular wird es wie ein Maskulinum behandelt, im Plural wie ein Femininum. Man sagt „un scaun bun“ (ein guter Stuhl), aber „două scaune bune“ (zwei gute Stühle) mit weiblicher Adjektivendung. Außerdem stimmt das Geschlecht selten mit dem deutschen überein: Der Stuhl ist im Rumänischen sächlich, das Haus weiblich.

Konjunktiv statt Infinitiv

Wo wir „ich will essen“ oder „ich versuche zu schlafen“ sagen, heißt es auf Rumänisch „vreau să mănânc“ und „încerc să dorm“, wörtlich etwa „ich will, dass ich esse“. Dieser Modus (conjunctiv) taucht ständig auf und hat eigene Verbformen. Mit dem deutschen Konjunktiv hat er trotz des Namens wenig zu tun. Auf Niveau A2 ist er meist die größte grammatische Hürde.

Aussprache und Sonderzeichen

Das Alphabet hat fünf zusätzliche Buchstaben: ă, â, î, ș, ț. Die meisten sind harmlos. „Ș“ klingt wie „sch“, „ț“ wie das „z“ in „Zeit“, und „ă“ ist der Murmellaut aus dem unbetonten „e“ in „bitte“. Echte Arbeit machen andere Laute:

  • â und î stehen für denselben Laut, den es im Deutschen nicht gibt. Sprich ein „i“ und zieh die Zunge nach hinten, ohne die Lippen zu runden.
  • Das r wird mit der Zungenspitze gerollt oder kurz geschlagen, nicht hinten im Rachen.
  • Das s ist immer stimmlos: „sare“ (Salz) beginnt mit einem scharfen s wie in „Haus“, nicht wie in „Sonne“.
  • c und g vor e und i klingen wie „tsch“ und „dsch“, „ce“ (was) spricht man etwa „tsche“. Mit „ch“ und „gh“ bleiben sie hart.
  • Einige häufige Wörter wie „eu“ (ich) und „este“ (ist) spricht man mit einem j am Anfang.

Die Betonung ist nicht fest, du lernst sie mit jedem Wort mit.

Falsche Freunde

Manche Wörter sehen vertraut aus und bedeuten etwas anderes. Ein „ștrand“ ist ein Freibad, der Strand am Meer heißt „plajă“. „Carte“ ist ein Buch, keine Karte, und im „magazin“ kaufst du ein, statt eine Zeitschrift zu lesen. Bei „gimnaziu“ sind die Klassen 5 bis 8 gemeint, dem deutschen Gymnasium entspricht eher das „liceu“.

Wie lernst du Rumänisch so, dass du schnell sprichst?

Eine Vokabelliste allein bringt dich im Laden oder beim Arzt nicht weit. Du musst dein Gegenüber verstehen und eine korrekte Antwort verständlich aussprechen. Am schnellsten klappt das, wenn du Wortschatz, Grammatik und Aussprache zusammen an konkreten Situationen übst und den Stoff wiederholst, bevor du ihn vergisst. Deshalb bringen 15 bis 20 Minuten täglich mehr als eine Stunde Nachholen pro Woche.

So ist der Kurs Rumänisch: Fast Track bei SuperMemo aufgebaut. Er ist ein vollständiger Sprachkurs, der dich von null bis zum Niveau A1–A2 bringt und auf Situationen auf Reisen und vor Ort vorbereitet, vom Einkaufen bis zum Arztbesuch oder Behördengang. Jedes Kapitel beruht auf einem Dialog oder einem kurzen Text. Über 2900 Übungen trainieren Hör- und Leseverstehen und bringen dir bei, eigene Sätze zu bilden. Mit den Aufnahmen hörst du dich in die Aussprache ein, und in der App prüft die Spracherkennung, wie du selbst klingst.

Die Themen decken ab, was du am Anfang brauchst: Begrüßungen und Höflichkeitsformeln, Familie, Arbeit und Hobbys, Einkaufen auf dem Markt, Bestellen im Restaurant und Café, Telefonieren sowie den Besuch beim Arzt und in der Apotheke. Die SuperMemo-Methode plant die Wiederholungen von Wortschatz und Grammatik für dich. Du lernst in der App für iOS und Android oder im Browser, die Arbeitsanweisungen bekommst du auf Deutsch. Alle Angebote findest du auf der Seite mit den Rumänischkursen von SuperMemo.

Häufige Fragen zum Rumänischlernen

Ist Rumänisch mit Deutsch verwandt?

Nur entfernt: Beide sind indogermanisch, Rumänisch gehört aber zum romanischen Zweig. Durch den Kontakt mit Siebenbürger Sachsen und Österreich hat es jedoch etliche deutsche Wörter übernommen, etwa „cartof“ oder „chelner“.

Hilft es, wenn ich Französisch, Italienisch oder Latein kann?

Ja, deutlich. Ein großer Teil des Grundwortschatzes und viele Muster der Verbkonjugation sind ähnlich. Eigens lernen musst du den angehängten Artikel, die Fälle und die Wörter slawischer Herkunft.

Wie lange brauche ich für einfache Gespräche auf Rumänisch?

Bei etwa einer Stunde Lernzeit am Tag erreichst du Niveau A2 meist in sechs bis acht Monaten. Fürs fließende Sprechen brauchst du zwei bis drei Jahre und regelmäßigen Kontakt mit der gesprochenen Sprache.

Sind Rumänisch und Moldauisch dieselbe Sprache?

Ja. Die Unterschiede betreffen den Akzent und einen Teil des Wortschatzes. Seit 2023 verwendet auch das moldauische Recht die Bezeichnung „rumänische Sprache“.

Womit fange ich beim Rumänischlernen am besten an?

Mit der Aussprache und den 300 bis 500 häufigsten Wörtern, dazu einfachen Wendungen zum Vorstellen, Bestellen und Fragen nach dem Weg. Grammatik lernst du am besten Schritt für Schritt an fertigen Beispielsätzen.

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